
Giant Crow & Urbandoned

Giant Crow – Foto: Lia Laukant
28. November | 8:02 – 17:22
Giant Crow + Urbandoned – Dunkle Klangwelten, große Melodien und ordentlich Atmosphäre
Alternative-Country trifft auf Post-Punk, Dark Wave und elektronische Düsternis
Am Samstag, 28. November 2026, wird es in der Jahnhalle musikalisch spannend: Giant Crow aus Hamburg treffen auf die Nordenhamer Urbandoned. Zwei Bands, die stilistisch weit auseinanderliegen – und sich gerade deshalb hervorragend ergänzen. Was beide verbindet: Musik mit Charakter, Atmosphäre und einer deutlichen Lust darauf, sich nicht an Genregrenzen zu halten.
Giant Crow: Zwischen Americana, Post-Rock und dunkler Poesie
Giant Crow haben ihren ganz eigenen musikalischen Kosmos geschaffen. Alternative-Country, Indie, Post-Punk, Dark Folk und Neo-Psychedelic treffen aufeinander und werden zu einem Sound, der gleichzeitig erdig, melancholisch, kraftvoll und überraschend eingängig ist.
Im Zentrum steht Sänger und Banjospieler Nikolas Kuhl. Seine markante Stimme und seine poetischen Texte sind ein wesentlicher Bestandteil des Giant-Crow-Sounds. Inhaltlich bewegt er sich zwischen mystischen Bildern, apokalyptischer Spiritualität, innerer Zerrissenheit und gelegentlichen ironischen Brüchen. Dazu kommen Gitarrensounds, die irgendwo zwischen Nashville und Post-Rock unterwegs sind, ein Bass, der von Folk und Jazz bis zum massiven Distortion-Brett reicht, und eine klassisch ausgebildete Violinistin, die sich hörbar weigert, Genregrenzen allzu ernst zu nehmen.
Genau diese Kontraste machen Giant Crow besonders: fragile Momente treffen auf brachiale Passagen, große Refrains auf intime Strophen, Americana auf elektronische Klangflächen. Und live kommt noch eine gehörige Portion Spielfreude dazu. Mal wird beim Country-Shuffle mitgewippt, mal beim Post-Rock-Finale abgetaucht und zwischendurch darf es auch ordentlich krachen.
Musikalisch passen Giant Crow hervorragend zu Menschen, die mit 16 Horsepower, Wovenhand, Emma Ruth Rundle, Manchester Orchestra oder Nick Cave etwas anfangen können.
Urbandoned: Nordenhamer Dark Wave mit Tanzfaktor
Den lokalen Gegenpol liefern Urbandoned. Das Nordenhamer Duo Bastian Sieghold und Luca Riese bewegt sich zwischen Gothic, Punk, Wave und elektronischer Musik. Treibende Beats, schrille Gitarren, Synthesizer und eine konsequent düstere Ästhetik treffen aufeinander – und ergeben einen Sound, der mindestens ebenso gut in einen dunklen Club wie auf die Jahnhallenbühne passt.
Ihr musikalisches Motto bringen Urbandoned selbst mit einem Augenzwinkern auf den Punkt: „Music to fit your wedding or funeral.“ Das passt ziemlich gut zu einer Band, die sich zwischen Coldwave, Dark Wave, Gothic, Post-Punk und Synthpop bewegt und dabei ausdrücklich zum Tanzen auffordert.
Urbandoned haben bereits mehrere Veröffentlichungen vorzuweisen, darunter das Album „Not Far From Home“, die EP „never again“ und zahlreiche Singles und EPs. Im April 2026 erschien außerdem die neue EP „Everything“ mit vier neuen Songs.
Auch live haben Urbandoned ihre Visitenkarte bereits außerhalb Nordenhams abgegeben. Ihr Sound verbindet treibende Elektroklänge, schrille Gitarren, tanzbare Beats und düstere Ästhetik. Musikalisch lassen sich dabei durchaus Spuren von Joy Division, Bauhaus und New Order erkennen. Das Motto bleibt: Post-Punk is not dead.
Zwei Bands, zwei Welten – ein ziemlich besonderer Abend
Und genau darin liegt der Reiz dieses Konzerts: Giant Crow und Urbandoned machen nicht dasselbe. Die Hamburger bringen Americana, Alternative Rock, Folk und Post-Rock zusammen, während die Nordenhamer ihre Musik aus elektronischen Sounds, Gothic, Wave und Punk bauen.
Gemeinsam entsteht daraus ein Abend zwischen großen Melodien und düsteren Klangflächen, Banjo und Synthesizer, Violine und schriller Gitarre, Americana und Dark Wave.
Wer Lust auf Musik hat, die nicht nach Schema F funktioniert, sollte diesen Termin auf dem Zettel haben. Und wer nach dem Konzert behauptet, er könne die beiden Bands problemlos in eine Schublade stecken, hat vermutlich nicht richtig zugehört.
Veranstaltungsdetails
Datum: Samstag, 28. November 2026
Einlass: 19:30 Uhr
Beginn: 20:00 Uhr
Ort: Kulturzentrum Jahnhalle Nordenham
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